Experten Interview – Vladislav Melnik über Bloggen, Überschriften und das richtige Bauchgefühl

Hallo Vladislav, schön, dass du dir Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Am besten legen wir gleich los. Wer bist du und was machst du? Hi Steffi, keine Ursache! Ich freue mich, hier sein zu dürfen. Gerne doch: Ich bin Vladislav Melnik, Gründer und Autor des affenblogs. Ich helfe smarten Bloggern mehr Besucher, mehr Abonnenten und mehr Verkäufe zu bekommen. Wie? Mit reichlich Tipps zu besseren Überschriften, besserem Werbetexten … und generell zu erfolgreicherem Bloggen.   Vladislav Melnik übers Bloggen   Du betreibst den Affenblog – einen Blog der sich mit den Themen Bloggen, Schreiben und Werbetexten beschäftigt. Wenn ich etwas vergessen habe, bitte verbessern. 😉 Wann hast du mit dem Bloggen angefangen, was war der Grund dafür, und wie kommt man auf den Namen „Affenblog“? Ne genau, du lagst schon 100%ig richtig! 😉 Angefangen habe ich mit dem affenblog ca. im juni 2012. Ich war damals noch selbstständiger Screendesigner und hasste die Kaltakquise (und hasse sie immer noch). Also machte ich mich auf die Suche nach anderen Wegen, um Kunden über das Internet zu gewinnne. Und dann bin ich ziemlich schnell in die Bloggen- bzw. Content-Marketing-Schiene gerutscht. Ich war total angetan. Ein smartes Blog-Unternehmen verbindet vieles, was ich bisher kann, mit dem, was ich immer wollte. Es passt einfach perfekt. Wie mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr Sinn machte das alles für mich. Also beschloss ich meine Designerkarriere an den Nagel zu hängen (keine gute Entscheidung) und mich voll und ganz auf den affenblog zu konzentrieren. Und wie kam ich dann auf den Namen? Ach … das war im Prinzip ganz einfach. Ich bin ein großer Fan von Richard Branson und „Virgin“ und dachte mir, so etwas Verrücktes musste auch her. Also brainstormte ich eine Runde. Kam dann irgendwann auf Tiernamen. Ging die Tiernamen durch und als ich bei „Affe“ stehengeblieben war, wusste ich, das ist es! Affen fordern den Status quo heraus, sie passen sich nicht an. Der Name symbolisiert auch, dass ich mich nicht zu ernst nehme und man sich generell nicht zu ernst nehmen sollte. Außerdem ist er außergewöhnlich, kurz, einfach und bleibt im Gedächtnis. Und, er ist gut fürs Brandplay (wenn wir da an das affenbuch oder den affenclan denken).   Welche Tipps würdest du einem beginnenden Blogger geben? Was sind deiner Meinung nach die Fehler, die Neueinsteiger am häufigsten begehen? Hm … die größten drei Fehler, die Neueinsteiger am häufigsten machen sind:
  • Fehler #1: Keine wirklich hochwertigen Inhalte – Das ist der Knackepunkt im deutschsprachigen Raum. So viele Blogger und Content Marketer sind immer noch nicht bereit, ausreichend Mühe und Zeit in Blogartikel zu investieren. Aber das ist kritisch beim Bloggen – ein Blog besteht ja aus nichts anderem als aus Inhalt.

  • Fehler #2: Keine Promotion von den Inhalten – Wenn man jetzt hochwertige Inhalte schreibst, glauben einige immer noch an den „Baue es und sie werden kommen“-Mythos. Das hat vielleicht bei Kevin Costner funktioniert, aber in der realen Welt muss man hart dafür arbeiten, dass der hochwertige Inhalte überhaupt gesehen wird.

  • Fehler #3: Kein Fokus auf E-Mail-Marketing – Das war früher ein sehr verpöntes Thema bei deutschsprachigen Bloggern. Zum Glück öffnet sich das Mindset mittlerweile. Aber viele schenken hier E-Mail immer noch nicht die nötige Beachtung. Ohne ein Fokus auf E-Mail, ohne einen Fokus auf Abonnenten, wird es schwer sein, einen erfolgreichen Blog aufzubauen.

  Wer sollte mit dem Bloggen anfangen; wer nicht? Anders gefragt: für wen lohnt sich ein unternehmenseigener Blog, für wen nicht? Das ist pauschal schwer zu sagen. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass man in fast jedem Bereich erfolgreich Bloggen kann. Aber es gibt einige Bereiche und Unternehmen, da funktioniert das einfach nicht. Voraussetzung ist immer, dass es Nachfrage gibt – wie bie jeder Unternehmung. Man muss immer ein Problem der Zielgruppe lösen, das engt mit der eigentlich Lösung des Produktes des Unternehmens zusammenhängt. Der einzige wirklich Weg ist es, dass in kleiner Skalierung zu testen. Man könnte z. B. einen Gastbeitrag schreiben und diesen an seine Kunden promoten. Wenn’s gut angenommen wird, dann kann man Stück für Stück das Thema ausbauen. Am Ende des Tages sind hochwertige Blogartikel auch nur ein Marketinginstrument. Eben nur ein sehr effektives, smartes und ethisch super korrektes Medium.   Im Journalismus – egal ob Online, Print oder als Blog – hängt sehr viel von den richtigen Überschriften ab. Was macht eine gute Überschrift aus? Wie kann man auch als Anfänger gute Headlines basteln? Auch wenn für mich Journalismus und smartes Bloggen zwei paar Schuhe sind, legen beide viel Wert auf die Überschrift. Die Überschrift ist wirklich das A und O. Mit ihr steht oder fällt der gesamte Artikel. Eine gute Überschrift macht im Kern das Versprechen aus. Sie liefert deinem Leser ein Versprechen bzw. einen Nutzen für seine wertvolle Zeit. Was hat dein Leser davon? Bekommt er mehr Zeit? Mehr Geld? Weniger Stress? Deshalb muss man seine Zielgruppe gut kennen und wissen, was für Probleme und Wünsche diese hat. Und es danach in der Überschrift versprechen … und selbstverständlich auch liefern! 🙂 Wenn man darauf achtet, dass ist der erste wichtige (und große) Schritt gemacht. Und hier noch mal ein Tipp: Fange immer mit einer „Wie du“-Überschrift an. Diese zwingt dich automatisch dazu, ein Versprechen in die Überschrift zu setzen.   Vor allem bei Online Texten bilden Keywords einen entscheidenden Faktor: Wie kommst du in deinen Texten zu den richtigen „Vokabeln“? Nutzt du spezielle Software Tools für deine Keyword Recherche, oder ist das intuitives Bauchgefühl? Ich bin, so wie Richard Branson auch, ein großer Befürwörter des Bauchgefühls. Tools und Statistiken sind immer schön und gut. Aber nichts ist so stark wie ein gutes Bauchgefühl. Wenn man sein Ohr auf die digitale Leitung legt und genau hinhört, dann kennt man sein Publikum nach einer Zeit in und auswendig. Dann benutzt man intuitiv die richtigen Vokabeln und Wörter – die Wörter, die auch dein Leser benutzt. Und das ist auch aus psychologischer Sicht sehr wertvoll. Aber eine kleine Keyword-Recherche mit dem Keyword Planer mache ich am Anfang trotzdem immer! 😉   Welches sind deine Erfahrungen mit Guestblogging? Sollte man, sollte man nicht? Wenn ja, wie stellt man es am besten an, wie erzielt man eine maximale Wirkung mit dem eigenen Text; und was sollte man auf der anderen Seite tunlichst vermeiden? Natürlich sollte man! Guestblogging ist der schnellste Weg, um sein Publikum zu vergrößeren, denn dadurch bekommt man Zugang zu einem anderen Publikum. Am Anfang sollte man sich zuerst eine Liste mit den Möglichkeiten, also mit den Influencern machen. Danach muss man hier etwas strategisch vorgehen und langsam versuchen über Kommentare, Social Media und E-Mail eine Bezieheung zu diesem Influencer aufbauen. Wenn das gemacht ist, dann kann man ihm nach einen Gastbeitrag fragen. Jeder Blogger freut sich über einen Gastbeitrag. Er muss diesen zwar editieren, hat aber dennoch eine norme Zeitersparnis. Eine maximale Wirkung erzielt man dadurch, dass man hier noch mal alles rausholt. Gastbeiträge müssten noch besser sein, als die eigenen Beiträge. Sie sind das Aushängeschild deiner kompletten Marke. Hier musst du dich von deiner besten Seite zeigen und einfach überzeugen. Deshalb sollte man in diesem Fall sehr vorsichtig bei „Selbstpromotion“ sein und sich voll und ganz auf das jeweilige Publikum und ihre Probleme und Bedürfnisse konzentrieren.   Als Internet Unternehmer ist es wichtig, den eigenen Erfolg messbar und analysierbar zu machen. Benutzt du bestimmte Tools, um deine Erfolge zu überwachen, bzw. zu ermitteln, welche Texte funktionieren, welche nicht, etc.? Für das gesamte Unternehmen habe ich ein paar KPIs, die ich mauell tracken lassen und über die ich wöchentlich wache. Technisch läuft das momentan über eine einfache Google Drive Tabelle. Ich bin ein großer Fan von Einfachheit und die Datenquellen sind zu verschiedenen, um diese in ein einheitliches Tool zu packen. Ob gewisse Texte funktionieren, da schaue ich primär auf die Anzahl der Shares und Kommentare. Das sind gute Anzeichen, wie gut ein Artikel funktioniert hat. Und, das trainiert das Bauchgefühl von dem wir schon gesprochen haben! 😉   Welche Tipps hast du abschließend für Alle, die sich mit der Idee tragen, im Online Business tätig zu werden und/oder sich selbstständig zu machen?

Einfach machen. Ich merke das selbst in unserem affenclan. Vor allem wir Deutschen haben nicht so eine „Einfach machen“-Mentalität. Aber gerade die ist wichtig.

Warte also nicht lange. Mach‘ einfach. Und verbessere auf dem Weg. Gutes Gelingen!   Lieber Vladislav, hab vielen Dank für deine Tipps und Erfahrungen! Wir wünschen dir ein erfolgreiches und spannendes Jahr 2015.  Besten Dank Steffi! Hat mich gefreut. Ich hab zu danken!

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Stefanie Isabel Kobsa

Stefanie Isabel Kobsa

Stefanie Isabel Kobsa ist Online Redakteurin bei der linkbird GmbH in Berlin. Neben dem Verfassen von redaktionellen Beiträgen, zählt die Ausarbeitung neuer Themen im Bereich Content Marketing, SEO und Online Marketing zu ihren Aufgaben. Privat interessiert sie sich für postmodernes Kino, Politik und Veganismus.

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