Redaktionsplan Content Marketing – Strategie Tipps zum Aufbau

Eins steht fest: Content Marketing lebt von qualitativ hochwertigen, gut aufeinander abgestimmten Inhalten. Doch erstklassiger Content allein ist kein Garant für den Erfolg einer Webseite.

1A-Content doch der Traffic bleibt aus

Nicht selten bringt dieser Umstand uns Marketer bis an den Rand der Verzweiflung. Wie kann es sein, dass die praktische Infografik, an der wir volle drei Monate gearbeitet haben, keine neuen Leser generiert? Warum wurde das lustige Youtube-Video nur ein gutes Dutzend mal geteilt? Und wieso herrscht auf unserem Blog trotz herausragender Beiträge gähnende Leere?

Dieses Phänomen zeigt deutlich, dass die Resonanz auf veröffentlichte Beiträge nicht nur auf deren Qualität, sondern auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Ganz oben auf der Liste jener Erfolgsfaktoren steht eine strukturierte Content Planung, welche eine gewisse Kontinuität sowie die Veröffentlichung der Beiträge zu einem optimalen Zeitpunkt gewährleistet. Und genau das ist der Punkt, an dem der Redaktionsplan ins Spiel kommt.

Gut geplant ist halb gewonnen

Der Redaktionsplan ist heutzutage als Werkzeug der strategischen Planung nicht mehr aus den Büros der professionellen Journalisten wegzudenken. Warum also unterschätzen so viele Content-Marketer die Vorteile einer strukturierten Planung in Form eines ausgearbeiteten Redaktionskalenders?

Gerade die kreativen Köpfe der Branche befürchten durch die Einführung eines solchen Plans an Kreativität und Flexibilität einzubüßen. Darüber hinaus assoziieren sie den Ausdruck unweigerlich mit einem Mehraufwand ihrerseits. Doch in Wahrheit ist genau das Gegenteil der Fall.

Die Macht des Redaktionsplans

Der Redaktionsplan ist eine meist tabellarisch dargestellte Übersicht über die Aktivitäten einer Webseite. Er bündelt alle wesentlichen Informationen über den zu produzierenden Content und gibt Antwort auf die Frage, welche Inhalte wann und in welcher Form auf welchen Kanälen veröffentlicht werden. Eine genauere Definition des Begriffes findet ihr hier.

Neben der gewonnenen Übersichtlichkeit bringt ein solcher Redaktionskalender viele weitere Vorteile für die Marketingplanung mit sich.

  • Struktur und organisatorische Sicherheit schaffen: In kreativen Bereichen wie dem Content Marketing werden Themen wie Planung und Struktur allzu oft vernachlässigt; Deadlines werden ignoriert oder gar nicht erst gesetzt, gepostet wird, wann immer Zeit ist und Artikelideen verschwinden in den Tiefen der Notizblöcke. Ein Redaktionsplan bringt Struktur in dieses Chaos. Er bietet die Möglichkeit, Veröffentlichungstermine festzulegen, gibt Auskunft über den Status eines jeden Beitrags und hilft dabei, Ideen festzuhalten. Dies fördert insbesondere die Arbeit im Team. Dennoch sollten sich auch Einzelkämpfer der Vorzüge eines Redaktionskalenders bewusst sein.
  • Dopplungen und Lücken erkennen: Nichts ist langweiliger als doppelter Content. Doch die Gefahr, sich zu wiederholen ist ebenso groß wie das Risiko, wichtige Themen zu vergessen, hangelt man sich lediglich von Artikel zu Artikel. Der Redaktionsplan sorgt dafür, dass Dopplungen sowie zu lange Kommunikationspausen vermieden werden. Gleichzeitig zeigt er neue Gelegenheiten wie etwa saisonale Themen auf und ermöglicht die Koordination aufeinander abgestimmter Inhalte.
  • Content Strategie umsetzen: Punktuelle Maßnahmen führen nur selten zu langfristigem Erfolg. Dementsprechend sollte jede Content Marketing-Maßnahme im Idealfall ein oder mehrere strategische Ziele verfolgen. Ein Redaktionsplan sorgt dafür, dass jene Ziele stets im Fokus bleiben.
  • Ressourcen planen: Da der Redaktionskalender Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar regelt, ermöglicht er infolge eine bessere Ressourcenplanung. Verfügbare Autoren, erforderliche Honorare sowie eventuelle Engpässe werden auf einen Blick deutlich.
  • Erfolge messen: Wird der Redaktionsplan in regelmäßigem Abstand überprüft, stellt er zudem ein nützliches Tool zur Evaluierung der Content Marketing-Strategie dar. Er zeigt auf, ob sich zu stark bzw. zu wenig auf bestimmte Themen konzentriert wird und ob diese neben den gewählten Kanälen im Allgemeinen den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen.

Ein Schritt nach dem anderen

Es lässt sich also nicht mehr von der Hand weisen, dass der Redaktionsplan ein absolutes Muss für ein erfolgreiches Content Marketing darstellt. Doch bevor wir euch zeigen, wie ihr ganz einfach euren eigenen Content-Kalender erstellen könnt, müssen wir zunächst ein paar Schritte zurückgehen.

Strategische Werkzeuge erfordern strategische Ziele

Eine Befragung unserer Kunden hat gezeigt, dass bis zu 70 Prozent der Unternehmen über keine ausgearbeitete Content Marketing Strategie verfügen und in eben dieser ihre größte Herausforderung sehen. Doch wie wir euch bereits in diesem Artikel vor Augen geführt haben, besitzt eine übergeordnete Content-Strategie einen enormen Stellenwert. Auch der Redaktionsplan bildet hier keine Ausnahme; er geht Hand in Hand mit der Content Marketing Strategie. Denn ohne zugrundeliegende strategische Richtung verlaufen jegliche Marketing-Maßnahmen ins Leere, da sie nicht zielgerichtet zusammen wirken können. Vor der Erstellung eines Redaktionskalenders steht also zunächst die Entwicklung einer Strategie, die dann im zweiten Schritt mithilfe des Redaktionsplans umgesetzt wird.

Folgende Fragen sollten im Rahmen der Strategieerarbeitung geklärt werden:

  • Was ist das übergeordnete Ziel eurer Content Marketing-Aktivitäten?
  • Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Content erreichen?
  • Welche Ressourcen stehen euch zur Content-Erstellung und -Verbreitung zur Verfügung?

Um euch den komplexen Prozess der Strategieerstellung zu erleichtern, haben wir die Content Strategy Layer im linkbird Tool implementiert. Diese ermöglicht es euch einerseits, eure eigene Content Strategie zu definieren, während sie euch im Nachhinein hilft, jene Strategie zu messen und zu prüfen, ob sie im Unternehmen auch wirklich umgesetzt wird.

In wenigen Schritten zum Redaktionsplan

Nach dem Finalisieren der Content Strategie ist der erste Schritt in Richtung Redaktionskalender die Content-Sammlung. Dazu sollten alle Beitragsideen aus Redaktionsmeetings, Brainstorming-Sessions, Webanalysen u.Ä. zusammengetragen und in einem dafür vorgesehenen Dokument gesammelt werden. Dies kann beispielsweise Teil des Redaktionsplans in Form eines extra Tabellenblatts sein. Die Phase der Content-Findung ist ein kontinuierlicher Prozess; jedes Mal, wenn jemand einen Themen-Einfall hat, sollte dieser ohne großes Zögern in dem dafür bestimmten Dokument niedergeschrieben werden.

Als erste Orientierung bei der Themenfindung dient ein Blick auf den Kalender; viele Feiertage sowie interne Veranstaltungen stellen nützliche Inspirationsquellen für die Content-Erstellung dar. Doch auch die Betrachtung aktueller Trends und Ereignisse kann als Anregung dienen. Als weitere nützliche Tools zur Themenfindung legen wir euch unseren Keywordhunter sowie das W-Fragen-Tool nahe, die euch dabei unterstützen, kundenrelevante Inhalte zu identifizieren. Probiert es doch einfach aus mit linkbird’s kostenlosem, 14-tägigen Free Trial.

Daraufhin werden alle gesammelten Themen evaluiert. Jene Beiträge, die nicht auf die gesetzten strategischen Ziele einzahlen, können gestrichen werden. Die übrigen Themen werden weiter ausgearbeitet und nach ihrer Priorität sortiert, bevor sie letztendlich in den Redaktionsplan eingetragen werden. Im Rahmen der Ausarbeitung wird unter anderem festgelegt, in welchem Format die jeweiligen Themen realisiert werden. Welches Contentformat zu welchem Social Network passt, erfahrt ihr hier.

Was gehört alles in einen Redaktionsplan?

Die Bestandteile eines Redaktionsplans können natürlich flexibel an die Bedürfnisse des jeweiligen Erstellers angepasst werden, doch sollte ein Basis-Redaktionskalender zumindest die folgenden Punkte enthalten:

  • Veröffentlichungsdatum
  • Verfasser/Verantwortlicher
  • Arbeitstitel (vor allem für Blogartikel)
  • Format (Blogpost, Whitepaper, Infografik etc.)
  • Status

Darüber hinaus können diese weiteren Angaben von Nutzen sein:

  • Deadline (kann z.B. einige Tage vor dem Publikationsdatum liegen)
  • Zielpersona/Zielgruppe
  • Kategorie/Thema
  • URL
  • Veröffentlichungsort/Kanal (Blog, Youtube, Twitter etc.)
  • Call-to-Action (Newsletter, Download etc.)
  • Keywords, Hashtags, Metatags etc.
  • geplante Wortanzahl
  • verantwortlicher Korrektor
  • übergeordnetes Kampagnenziel

Wie kein anderes Tool ermöglicht es dir linkbird nach dem Erstellen deines Redaktionsplans, diesen auch getreu umzusetzen. Dazu übertragt ihr die getroffenen Angaben wie Titel, Autor oder Deadline eines Beitrags ganz einfach in die Planungs-Layer und schon könnt ihr mit der Content-Erstellung durchstarten.

Aber Achtung: Ein guter Redaktionsplan sollte stets Raum für Anpassungen lassen. Kein Thema und kein Veröffentlichungsdatum ist in Stein gemeißelt. Ein guter Themenplan zeichnet sich durch Flexibilität und die Fähigkeit aus, sich aktuellen Ereignissen anzupassen.

Fazit: Content Marketing ist gut, geplantes Content Marketing ist besser

Wir halten fest: Der Redaktionsplan bringt unser Content Marketing auf eine neue Ebene mit sehr viel mehr Durchschlagskraft. Er ist ein optimales Werkzeug, um alle content-bezogenen Prozesse zu koordinieren und zu beurteilen. Jegliche Prozesse sollten stets auf die im Voraus definierten strategischen Ziele ausgerichtet sein, demnach sollten Content-Strategie und Redaktionsplan optimal aufeinander abgestimmt werden. So profitiert ihr von mehr Klarheit und Struktur, während eure Leser in den Genuss einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Mischung von Beiträgen kommen. Was denkt Ihr darüber?

Franziska Bauer

Franzi liebt es Content zu erstellen. Egal ob auf 280 Zeichen begrenzt oder über den Rand hinaus schreibt sie über alle möglichen Themen – von Food über Fashion bis hin zum Online Marketing.